Mexikanische Impressionen { Buchtip }
Lese gerade wieder "Ich atme mit dem Herzen" (englischer Originaltitel: "Give Sorrow Words") von Maryse Holder, das ich mir mal im Sommer 1988 in der Buchhandlung auf dem Uni-Gelände in Stuttgart-Vaihingen gekauft habe.
Maryse Holder beschreibt darin in Briefen an ihre Freundin Edith Jones ("E.") die Erfahrungen, die sie Ende der Siebzigerjahre in Mexiko machte, wo sie mit, wie sie es nennt, "mexikanischen beach boys" eine Affäre nach der anderen hatte. Rasant geschrieben, (für mich jedenfalls) ohne eine einzige langweilige Stelle, habe ich das Buch damals in einem Zug durchgelesen. Heute, mit einem Abstand von fast zwanzig Jahren, sehe ich ihre Schilderungen zwangsläufig etwas differenzierter und kritischer, und es tut mir regelrecht weh, wie sich Maryse Holder permanent in Frage stellt, sich hässlich findet, sich über die rücksichtslosen, aggressiven, gefühllosen mexikanischen Männer beschwert - und doch im nächsten Moment schon wieder auf einen hereinfällt. Eine Rolle - was mir bei meiner ersten Lektüre aber noch nicht in dem Masse bewusst wurde - spielte auch ihre offenkundige Bulimie, ihre Alkoholabhängigkeit und - eben die schon pathologische Abhängigkeit von Männern.
Link: Die Website des Urlaubsortes Zihuatanejo ("Zi"), den Maryse Holder am Anfang des Buches beschreibt.
Maryse Holder beschreibt darin in Briefen an ihre Freundin Edith Jones ("E.") die Erfahrungen, die sie Ende der Siebzigerjahre in Mexiko machte, wo sie mit, wie sie es nennt, "mexikanischen beach boys" eine Affäre nach der anderen hatte. Rasant geschrieben, (für mich jedenfalls) ohne eine einzige langweilige Stelle, habe ich das Buch damals in einem Zug durchgelesen. Heute, mit einem Abstand von fast zwanzig Jahren, sehe ich ihre Schilderungen zwangsläufig etwas differenzierter und kritischer, und es tut mir regelrecht weh, wie sich Maryse Holder permanent in Frage stellt, sich hässlich findet, sich über die rücksichtslosen, aggressiven, gefühllosen mexikanischen Männer beschwert - und doch im nächsten Moment schon wieder auf einen hereinfällt. Eine Rolle - was mir bei meiner ersten Lektüre aber noch nicht in dem Masse bewusst wurde - spielte auch ihre offenkundige Bulimie, ihre Alkoholabhängigkeit und - eben die schon pathologische Abhängigkeit von Männern.
"Ich atme mit dem Herzen", posthum von Freunden veröffentlicht (Maryse Holder wurde bei ihrem zweiten Mexiko-Aufenthalt in Mexico City von einem Unbekannten ermordet; das Buch ist eine Zusammenstellung ihrer Briefe) wurde auch unter dem Titel "A Winter Tan" verfilmt; der Film ist - einem Kommentar in der Internet Movie Database nach zu schliessen - aber offenbar doch sehr zäh. Das Buch möchte ich aber unbedingt empfehlen.Link: Die Website des Urlaubsortes Zihuatanejo ("Zi"), den Maryse Holder am Anfang des Buches beschreibt.
:: Claus - 26. Mrz, 22:17 UTC + 1:00


