Besorgnis { Kritisches }
Ich hätte mir wirklich nie träumen lassen, daß ich - als deutscher Staatsbürger, wie gesagt - einmal regelrecht Angst haben würde, hier in Deutschland zu leben. Ein absolutes Alarmzeichen für mich war die Ankündigung vor etwa einer Woche, bundesweit eine sog. "Anti-Terror"-Datenbank einzurichten. Damit kann prinzipiell jede in Deutschland lebende Person als "verdächtiges Element" erfaßt werden - ohne daß es die meisten der so Erfaßten jemals erfahren.
Darüber hinaus - und sehr gut ins Bild passend - habe ich heute mitansehen müssen, wie Montagsdemonstranten auf dem Stuttgarter Schloßplatz von der Polizei ganz offenkundig eingeschüchtert wurden. Wie könnte man es sonst bezeichnen, wenn friedlich Demonstrierende von zeitweise drei Polizeiautos überwacht und der Verantwortliche von einem sichtlich unfreundlichen Polizisten ausgefragt wurden? Da zeigt der Staat ganz bewußt Präsenz.1
Dieser Beitrag richtet sich übrigens primär an kritische Zeitgenossen, die sich vermutlich ohnehin mit dieser Materie beschäftigen; der Rest will es eh' nicht wissen und lieber brav vor sich hinkonsumieren. So der Zustand in diesem Land anno
Mein trauriges Fazit: Seit der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg
1 Und wenn man die Verantwortlichen - ob bei der Polizei oder bei der Stadtverwaltung - mit dem so Wahrgenommenen konfrontiert, wird einfach alles weggeleugnet.
2 Anlaß für diese Demonstration war damals der besonders von Studentenkreisen heftig kritisierte Besuch des persischen Schahs Reza Pahlevi. Als Literatur über diese Zeit kann ich die von Gretchen Dutschke geschriebene Rudi Dutschke-Biografie "Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben" empfehlen.
Darüber hinaus - und sehr gut ins Bild passend - habe ich heute mitansehen müssen, wie Montagsdemonstranten auf dem Stuttgarter Schloßplatz von der Polizei ganz offenkundig eingeschüchtert wurden. Wie könnte man es sonst bezeichnen, wenn friedlich Demonstrierende von zeitweise drei Polizeiautos überwacht und der Verantwortliche von einem sichtlich unfreundlichen Polizisten ausgefragt wurden? Da zeigt der Staat ganz bewußt Präsenz.1
Dieser Beitrag richtet sich übrigens primär an kritische Zeitgenossen, die sich vermutlich ohnehin mit dieser Materie beschäftigen; der Rest will es eh' nicht wissen und lieber brav vor sich hinkonsumieren. So der Zustand in diesem Land anno
2006.Mein trauriges Fazit: Seit der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg
1967 bei einer Demonstration in Westberlin2 hat sich offenbar wenig geändert - und jedenfalls nicht zum Besseren.
1 Und wenn man die Verantwortlichen - ob bei der Polizei oder bei der Stadtverwaltung - mit dem so Wahrgenommenen konfrontiert, wird einfach alles weggeleugnet.
2 Anlaß für diese Demonstration war damals der besonders von Studentenkreisen heftig kritisierte Besuch des persischen Schahs Reza Pahlevi. Als Literatur über diese Zeit kann ich die von Gretchen Dutschke geschriebene Rudi Dutschke-Biografie "Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben" empfehlen.
:: Claus - 18. Sep, 22:33 UTC + 1:00


