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An alle Leute, die sich (noch) einen Rest von kritischem Menschenverstand bewahrt haben: Wehrt euch gegen die Massenverblödung um euch herum. Ich finde die Zustände hierzulande langsam unerträglich und beängstigend - umso mehr, als die breite Masse das alles praktisch widerstandslos mitmacht. (Paranoid? Schön wär's!)

Samstag, 30. September 2006

:: "Subway" { Film und Fernsehen }

Still aus "Subway"

[ Auf dem Still: Christopher Lambert (links) und Jean-Hugues Anglade (rechts). © Copyright 1985 by Gaumont. Reprinted with permission. ]

Im Augenblick schaue ich mir in der Bücherei gerade „Subway“ (1985) von Luc Besson an. Ich habe aber festgestellt, daß das einer der Filme ist, den ich mir nicht an einem Stück anschauen kann, was mit an der Umgebung liegen mag, in der es mir nicht immer möglich ist, mich auf den Film zu konzentrieren, wenn permanent Leute hinter mir vorbeilaufen. Das ist eben einer der Nachteile, wenn man keinen eigenen DVD-Player hat.

Dazu kommt – gerade bei „Subway“ - die Frage: In welcher Sprache schaue ich mir den Film am besten an? Zuerst habe ich es mit Englisch ohne Untertitel versucht, dann mit deutschen Untertiteln, danach mit Deutsch ohne Untertitel – und jetzt bin ich schließlich bei Französisch mit deutschen Untertiteln gelandet, da mein Französisch noch nicht so gut ist, um den Film auch so zu verstehen (aber es wird langsam besser; das ist nebenbei eine gute Methode, um Französisch zu lernen).

Zum Film: Gerade am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, mich zu orientieren, da die Anfangsszene und die ganze Situation, in der sich der Held Fred (Christopher Lambert; im Vorspann noch als „Christophe“ aufgeführt) befindet, erst im Laufe der Handlung deutlich wird. Ohne den Text auf der DVD-Hülle hätte ich mich wahrscheinlich nur schwer zurechtgefunden.

Eine lineare Handlung im üblichen Sinn hat „Subway“ denn auch nicht. Man könnte eher von durch einen losen "Handlungsfaden"1 verbundene Szenen sprechen, die vom Stil her mehr als nur ein bischen an „Diva“ (1981) von Jean-Jacques Beineix erinnern. Die meisten dieser Szenen spielen in dem düsteren, dabei sehr „atmosphärischen“ Untergrund der Pariser Métro, in einer Zwischenwelt, die von einer Reihe mehr oder weniger zwielichtiger, dabei teilweise aber durchaus sympathischer „Typen“ bevölkert ist. Unverwechselbar: Richard Bohringer als Blumenverkäufer (franz.: “floriste“).2

So liegt für mich persönlich der Wert von „Subway“ nicht so sehr in der Handlung, sondern im Stil, in dem dieser Film inszeniert wurde. Großen Anteil daran hat natürlich auch Carlo Varini (Kamera), daneben trägt die leuchtende „Neon-Ästhetik“ - im Kontrast zum düsteren Licht des Untergrunds - viel zur Wirkung von "Subway" bei.

Wenn mir der nachfolgende „Nikita“ (1990; bisher mein Lieblingsfilm von Luc Besson) auch deutlich besser gefällt, so möchte ich „Subway“ doch jedem empfehlen, der sich für Luc Besson bzw. das französische Kino der Achtzigerjahre interessiert.
1 Fred (Christopher Lambert ) wurde (was im Film selbst nicht gezeigt wird) von Hélène (Isabelle Adjani) zu einer Party eingeladen (bzw. erschien einfach uneingeladen auf dieser Party; das ist mir jedenfalls nicht so ganz klar geworden), auf der er aus dem Safe von Hélènes Mann belastende Papiere stiehlt. Nach der am Anfang des Films gezeigten Flucht landet Fred im Métro-Untergrund, wo er dem Rollschuhläufer (sympathisch: Jean-Hugues Anglade) begegnet, der ihn in die Welt der Métro einführt. Im Verlauf der folgenden Handlung versucht Fred, Hélène zu erpressen, die ihm schließlich in die "Unterwelt" folgt. Hinzu kommen noch Konflikte mit der Polizei in Gestalt von Kommissar Gesbert (Michel Galabru), u. a., weil Fred zusammen mit dem Blumenverkäufer an einer unterirdischen Métro-Haltestelle einen Geldtransport überfällt.
2 Luc Besson läßt es sich nicht nehmen, in einem seiner Dialogsätze (“Ne tirez-pas sur le floriste!“) auf “Tirez sur le pianiste“ (1960) von François Truffaut anzuspielen.
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