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An alle Leute, die sich (noch) einen Rest von kritischem Menschenverstand bewahrt haben: Wehrt euch gegen die Massenverblödung um euch herum. Ich finde die Zustände hierzulande langsam unerträglich und beängstigend - umso mehr, als die breite Masse das alles praktisch widerstandslos mitmacht. (Paranoid? Schön wär's!)

Dienstag, 17. Oktober 2006

:: Noch einmal: Walter Wanderley { Musik }

Walter Wanderley (cover)

Nach meinem Beitrag vor etwa einer Woche über den brasilianischen Organisten, Komponisten und Arrangeur Walter Wanderley muß ich hier doch noch ein paar Sachen ergänzen, die mir erst im Nachhinein aufgefallen sind.

Zuerst einmal: Für mich ist das Highlight in seinem Spiel dieser bereits erwähnte wirklich wunderbare "fließende" Ton (ein Beispiel könnt ihr euch auf dem folgenden Sound-Clip [RealPlayer] aus "Summer Samba" ("Samba de verão") anhören; die bewußte "Stelle" kommt im Clip ab 0:24). Für mich liegt in diesem besagten "Ton" eine unnachahmliche (vielleicht sogar unwiderstehliche) Mischung aus Süße und leichter Melancholie. (Dabei ist das bestimmt nicht immer der Fall; gerade in Stücken wie "Summer Samba" kommt diese Qualität für mich aber ganz deutlich zum Ausdruck.)

Dann (wovon ich anfangs ehrlich gesagt nicht so begeistert war) sein Stakkato, das man bei oberflächlichem Anhören leicht als Manierismus (oder, schlimmer noch: als kitschig) empfinden könnte. Das ist aber, wie mir inzwischen bewußt geworden ist, nur ein erster, sehr oberflächlicher Eindruck. Bei näherem Anhören erschließt sich mir sozusagen langsam die rhythmische Raffinesse, mit der Wanderley seine synkopischen Einwürfe placiert, und für jeden, der ein einigermaßen gutes musikalisches Gehör hat, lohnt es sich imho unbedingt, da einmal etwas genauer hinzuhören.

Damit liegen die besonderen Qualitäten von Walter Wanderley für mich nicht nur darin, daß er (was gerade bei Instrumentalisten eher die Ausnahme ist), einen praktisch sofort wiederzuerkennenden "Ton" hat; seine Aufnahmen erschließen sich - mir zumindest - erst langsam nach wiederholtem Anhören in ihrer ganzen Bandbreite (das aber wie gesagt nur, wenn man bereit ist, sozusagen etwas unter die Oberfläche zu schauen bzw. zu hören). Diese Qualität steht denn auch in denkbarem Gegensatz zu Stücken, die sich - nach der ersten Begeisterung - bei wiederholtem Anhören immer mehr abnutzen (wobei ich mir an dieser Stelle einen etwaigen bösen Seitenhieb auf die derzeitige, primar an Top-40-Material orientierte Musikindustrie ersparen möchte).

pfeil_gelb Weitere Beiträge zu "Bossa Nova".

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