Donnerstag, 15. August 2013

In der Stadt (6) | Kritisches

Auf meinen Wegen in die Stuttgarter Innenstadt werde ich zwangsläufig mit den am Straßenrand aufgehängten Wahlplakaten konfrontiert. Wenn ich mir die diversen Slogans anschaue, muß ich mich einfach fragen, was sich die Verantwortlichen dabei denken? Ich komme zu dem Schluß, daß es noch immer genügend Bürger gibt, die auf diese Wahlsprüche hereinfallen und dann sozusagen in einer “emotionalen Schnellentscheidung” (dabei braucht man/frau eben nichts zu denken) ihr Kreuzchen bei der betreffenden Partei machen. Wahlplakate sind ja nichts anderes als Werbung, und so wird auch hier darauf abgezielt, beim Wähler eine positive emotionale Reaktion auszulösen - ungeachtet der Tatsache, wie absurd sich die diversen Schlagworte bei näherem Hinsehen ausnehmen.

Bei all dem denke ich mir: Es muß doch irgendwo auch verantwortungsvolle, integre Politiker geben - oder doch nicht? Die Wahlplakate sprechen ja eher zugunsten meiner pessimistischen Sichtweise.

So bemüht die SPD beispielsweise das “Wir”; was das aber konkret bedeuten soll, hat sich mir persönlich auch nach längerem Nachdenken nicht erschlossen. Ich kann mir das nur so vorstellen, dass das irgendein Werbemensch für originell gehalten haben muss.

Man sieht schon: Logik wird auf Wahlplakaten eher klein geschrieben. Da wird die Familie bemüht, oder es werden gerechte Renten versprochen - Papier ist ja bekanntlich geduldig.

Auf einem Wahlplakat in dem kleinen Ort, in dem ich wohne, ist ein SPD-Kandidat zu sehen, der einem, betrachtet man das Plakat aus einiger Entfernung, entgegenzulächeln scheint. Je näher man dem Plakat allerdings kommt, umso deutlicher wird, dass dieses Lächeln nur eine verkrampfte Maske ist; steht man direkt vor dem Plakat, blickt man in tote Augen, die den Betrachter angstvoll anschauen. Dass solche Werbeplakate gedruckt und aufgehängt werden, gibt mir zu denken; gerade in solchen Fällen entlarvt sich meiner Ansicht nach das System und der uns vorgespiegelte “schöne Schein" auf exemplarische Weise.

Wie das zu ändern ist, weiß ich nicht; zu vieles liegt schon im Argen, man lese nur etwa Bücher wie “Der größte Raubzug der Geschichte” von Marc Friedrich und Matthias Weik. Vielleicht bringt der - Friedrich und Weik zufolge nicht mehr zu vermeidende - Crash am Finanzmarkt die Wende, durch die die Karten neu gemischt werden. Krise als Chance? Das werden wir dann ja sehen.

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