Samstag, 16. November 2013

In der Stadt (7) | Kritisches

Nach meiner heutigen Fahrt in die Stuttgarter Innenstadt ein paar Gedanken, die mir in der Stadt selbst bzw. auf dem Nachhauseweg gekommen sind. Nach einer Reis-Box im “Hotalo” und einem Kaffee (zum Mitnehmen, weil heute am Samstag kein Sitzplatz frei war) in der Holanka Bar in der Buchhandlung “Wittwer” war ich kurz im "Saturn", da heute mein (schon relativ ramponiertes) Telefon kaputtgegangen ist, und da ich da nichts Passendes finden konnte, war ich noch bei “Conrad Electronic”, um nach einem passenden Ersatz zu suchen. Beim “Conrad” wurde ich denn auch fündig, mußte mir aber im Geschäft die ganze Zeit über Musikgedudel anhören (auch an der Kasse noch), was schon sehr nervig war. Dass die Mehrkeit der Kunden das anscheinend kritiklos hinnimmt, gibt mir zu denken. Ich habe irgendwie den Eindruck, dass viele Leute immer mehr abstumpfen; dazu paßt auch, dass wirklich überall Leute auf ihre Handys starren und - teiweise bestimmt eine Viertelstunde lang - darauf herumdrücken und -wischen, so als ob es auf der Welt nichts anderes mehr gäbe.

Manchmal komme ich mir vor wie in einem Science-Fiction-Film, in dem es den Protagonisten in eine Zukunft verschlägt, in der die breite Masse total abgestumpft vor sich hinlebt. Beispiele wären etwa “Die Zeitmaschine” (das Original mit Rod Taylor) oder der deutsche Fernsehfilm “Dreht euch nicht um, der Golem geht rum” mit Martin Benrath, der mal irgendwann in den Siebzigern im Fernsehen lief. Mein Eindruck von der Situation heute ist, dass die breite Masse nur brav vor sich hinkonsumieren und von den eklatanten gesellschaftlichen (hier in Deutschland bzw. weltweit) Mißständen nichts wissen will. Hauptsache, man hat ein Handy, auf dem man ‘rumdrücken kann.

In der Buchhandlung “Wittwer” bin ich auf das Buch “Die Welt ohne uns” von Alan Weisman gestoßen, und meine Einschätzung ist, dass wir genau auf eine solche Situation zusteuern, in der es zwar noch einen Planeten Erde gibt, in der es die Menschheit nach langem und fortgesetztem Bemühen aber endlich doch geschafft hat, sich selber auszurotten. Und ich meine, wir sollten uns da nicht zu sicher sein, dass das schon nicht passieren wird. De facto sieht es doch so aus, dass - ungeachtet aller Appelle und Warnungen - ein grundsätzliches Umdenken immer noch nicht in Sicht ist, und ich meine, was soll denn noch alles passieren, bevor wir endlich aufwachen?

P.S.: Da die Menschheit allein in den letzten 650.000 Jahren sieben sog. "Kaltzeiten" (was man umgangssprachlich nicht ganz korrekt als "Eiszeiten" bezeichnet) überlebt hat, ist ein völliges Aussterben der Menschheit eher unwahrscheinlich. Sogar bei einem Atomkrieg dürfte es genügend Überlebende geben, um den Fortbestand der - wenn auch drastisch dezimierten - Menschheit zu sichern.

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