Sonntag, 8. Dezember 2013

In der Stadt (9) | In der Stadt

Heute war ich auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt, und zwar nicht in dem Gedränge am Schillerplatz o. ä., sondern auf dem Schloßplatz beim Königsbau, wo man noch einigermaßen laufen kann. Unter anderem ist mir dabei ein Junge von kaum zwanzig aufgefallen, der allem Anschein nach irgendwie in Not war. Ich hatte kurz den Impuls, ihm zu helfen, habe ihm dann aber nur nachgeschaut. Was mich bei diesem Jungen so berührt hat, war, dass er eben nicht einer von den penetranten Bettlern war, die man insbesondere in der oberen Königstraße antrifft, wo sie einem, mit einer Krücke ausgestattet, die Hand mit dem Pappbecher aufdringlich entgegenstrecken. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass es sich dabei immer um dieselbe Krücke handelt, die einfach von einem zum anderen weitergereicht wird. Und dann muss man eben noch die Pose mit dem verdrehten Fuß einüben. Auch die “Demutsbettler” mit ihrer gespielten Unterwürfigkeit machen mich aggressiv.

Dann eine unerwartet positive Begegnung mit zwei Polizisten in Dunkelblau. Ich hatte schon lange das Bedürfnis, etwas loszuwerden, und als ich die beiden sah, sprach ich sie einfach an. Was mich so beschäftigt, ist ein spezieller Bettler, der immer auf dem Boden herumrutscht und dabei seinen nackten Beinstumpf präsentiert. Ich finde das jedesmal so ekelhaft, dass ich das Bedürfnis hatte, die Polizisten darauf hinzuweisen. Und - zu meiner Überraschung: die beiden waren nett und verständnisvoll. Ja, der wäre ihnen auch schon aufgefallen, wo er denn gerade sei. Nein, nein, meinte ich darauf, er wäre gerade nicht in der Nähe; ich hätte sie einfach gesehen und wollte ihnen das einmal sagen. Sie versicherten mir daraufhin, dass sie sich darum kümmern würden. So haben die beiden - ohne es zu wissen - mein Vertrauen in die Polizei wenigstens teilweise wiederhergestellt. Es wäre schön, wenn mehr Beamte so verständnisvoll wären.

Dann habe ich mir vorgestellt, was wäre, wenn alle Länder angesichts des großen Elends auf der Erde Weihnachten einmal ausfallen lassen würden, um so quasi ein Signal zu setzen. In der Realität nicht realisierbar, oder: realisierbar schon, aber der Wille dazu fehlt eben. So also nur hier kurz angedacht. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja eine solche Initiative - im Kleinen eben, irgendwo von ein paar engagierten Leuten durchgeführt.

So war mein Gang über den Weihnachsmarkt in der Summe durchaus positiv, auch wenn ich mich anfangs über die exorbitanten Preise im “Starbuck’s” geärgert habe.

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