Dienstag, 10. Dezember 2013

In der Stadt (10) | In der Stadt

Heute war ich bei meiner Exkursion durch die Stuttgarter Innenstadt eine ganze Zeitlang in der Buchhandlung “Wittwer”, nach einer viertelstündigen Stadtbahnfahrt von Bad Cannstatt zum Charlottenplatz, wobei mich die ganzen unfreundlichen Gesichter um mich herum regelrecht geärgert haben. Was ist denn mit den Leuten nur los? Jeder drückt nur noch auf seinem Handy 'rum oder starrt unfreundlich vor sich hin. Ganz schlimm empfinde ich das unten in der S-Bahn-Haltestelle “Hauptbahnhof” - einer nicht nur baubiologischen Katastrophe ersten Ranges. Was sich da an Unfreundlichkeit und zwischenmenschlicher Kälte zusammenballt, sucht in Stuttgart wirklich seinesgleichen.

In der “Holanka Bar” im “Wittwer” dann als Trostpflaster erst mal ein Milchkaffee, den ich mir dann aber in einen Pappbecher umgießen ließ, um ihn beim Anschauen der Bücher weitertrinken zu können. (Es gab in der “Holanka Bar” gerade keinen Sitzplatz, und stehen wollte ich nicht.)

Entdeckungen: Nassim Nicholas Taleb: “Der Schwarze Schwan”. Ein Buch für Leute, die intelligent geschriebene Bücher schätzen. Der Autor geht u. a. davon aus, dass wir es in unserem alltäglichen Leben vor allem mit nichtlinearen Systemen zu tun haben, die - anders als lineare Systeme - eben nicht vorhersagbar sind. Dann: “Occupy World Street” von Ross Jackson, das u. a. Lösungsansätze aus unserer globalen Misere anbietet. Jackson propagiert dabei das sog. “Gaia”-Konzept, das die Welt als riesigen organischen Gesamtorganismus auffaßt. Und schließlich: “Die paar leuchtenden Jahre”, eine Gedichtsammlung von Mascha Kaléko, mit einem wunderschön und einfühlsam geschriebenen Essay von Horst Krüger.

Fazit: Der “Wittwer” ist gerade für Leute wie mich, die nicht viel Geld haben und sich gerade mal einen Milchkaffee leisten können, ein Eldorado an Inspiration, wo man stundenlang unbehelligt in den aktuellsten Büchern schmökern kann, auch und gerade dann, wenn man einen 80 Millionen Euro teuren Betonklotz als neue Stadtbibliothek hat, dessen Innenräume mich in ihrer Sterilität an die im Erdorbit rotierende Raumstation in “2001“ erinnern, wo sich Heyward Floyd mit diesen Russen unterhält.

So muss eben jeder in unserer immer unfreundlicher werdenden Gesellschaft seine persönlichen Nischen finden, wo es sich einigermaßen aushalten läßt.

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