Samstag, 26. April 2014

In der Stadt (12) | In der Stadt

Obwohl es mir heute, bedingt durch die sehr anstrengende Woche, nicht so gut gegangen ist, bin ich doch hinunter nach Stuttgart gefahren - einfach, um mal etwas anderes zu sehen und irgendwo zu frühstücken. Mit etwas gemischten Gefühlen ging ich zum Café Königsbau. Ich hatte mich doch darauf gefreut, draußen unter den Arkaden zu frühstücken und hatte mir auch überlegt, ob ich es riskieren sollte, mir ein französisches Frühstück zu bestellen - “riskieren” wegen der doch relativ kleinen Tasse Milchkaffee. Unten auf dem Schloßplatz war ein Mann damit beschäftigt, die Metallstühle hin- und herzurücken, was ein nervendes, scharrendes Geräusch erzeugte, und ich fragte mich, ob ich das tolerieren könnte oder ob ich es doch besser in der (am Samstag relativ vollen) “Holanka Bar” in der Buchhandlung Wittwer versuchen sollte.

Nach kurzem Überlegen ging ich ins Café hinein und ließ mir die Tasse zeigen, die für den Milchkaffee verwendet wird. Sie war dann auch prompt so klein, wie ich mir das schon gedacht hatte. Ich konnte es mir dann nicht verkneifen, dazu eine Bemerkung zu machen, worauf die Frau vom Café nur meinte, dass man für den Milchkaffee eben nur diese Tassen hätte. Also verließ ich das Café wieder und ging in Richtung “Holanka Bar”. Auf dem Kleinen Schloßplatz (oder wie der jetzt heißt; früher hatte er jedenfalls noch ein gewisses Etwas, aber seitdem er komplett neu gestaltet wurde, finde ich ihn mit den ganzen Betonklötzen außenrum nur noch steril und unfreundlich), auf dem Kleinen Schloßplatz also sah ich schon von weitem, dass die “Holanka Bar” wieder so voll war, und draußen wollte ich mich nicht hinsetzen. Ok, also wieder zurück zum Café Königsbau. Das Stuhlgeschiebe war Gottseidank zu Ende, und weil ich ehrlich gesagt keine Lust hatte, ewig in der Stuttgarter Innenstadt nach einem geeigneten Fühstücks-Café zu suchen, beschloß ich, es ungeachtet der zu kleinen Tasse Milchkaffee eben doch mit dem französischen Frühstück zu versuchen. Da draußen keine Bedienung war (nur eine Frau, die, unterhalb der Arkaden auf dem Schloßplatz, lauter DIN A 3 große Speisekarten für das Frühstück verteilte), ging ich also nochmal ins Innere des Cafés, wo mir der Kellner mit den orange gefärben Haaren sagte, es würde gleich jemand kommen.

Ich mußte dann auch nicht lange warten, bis eine Bedienung kam und meine Bestellung aufnahm. Auf die kleine Tasse Milchkaffe hatte ich mich ja schon eingestellt; das Croissant war irgendwie flach zusammengedrückt, und die halbe Portion Butter reichte eigentlich auch nur fürs halbe Croissant. Unwillkürlich kommt mir bei so etwas der Ausdruck “schwäbischer Geiz” in den Sinn. Woanders bekommt man, wenn man einen Milchkaffee bestellt, eine richtig große Schale, und das stelle ich mir auch vor, wenn ich an “Milchkaffee” denke. Weshalb das im Café Königsbau nicht geht, weiß ich auch nicht. So gab ich der Bedienung, die gleich kassieren wollte, auch keine Trinkgeld, worauf diese sich wortlos umdrehte und wieder im Café verschwand.

Da ich eben einfach gerne unter den Arkaden sitze, werde ich wohl wieder ins Café Königsbau gehen - bis ich vielleicht irgendwo das definitive Frühstücks-Café entdecke, aber in der Stuttgarter Innenstadt werde ich da vermutlich wenig Glück haben; schließlich habe ich nicht umsonst über dreißig Jahre in Stuttgart gewohnt und kenne mich dementsprechend gut aus. Das Café Nast hinter der Markthalle hat - wenn auch relativ klein - doch ein gewisses Etwas, aber die Preise sind für meinen Geschmack doch relativ hoch. Einmal habe ich für eine (große) Tasse Milchkaffee und ein Stück Apfelkuchen mit Sahne über acht Euro bezahlt (das wären zu D-Mark-Zeiten noch über sechzehn Mark gewesen; ich möchte mal wissen, wer das damals für eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen bezahlt hätte). Dann gibt es z. B. noch das Grand Café Planie am Charlottenplatz; da gehe ich aber seit Jahren schon nicht mehr hin, weil es auch immer teurer wird; da läßt man sich eben das Ambiente (u. a. die wandfüllende Kopie eines Dix-Gemäldes) entsprechend bezahlen.

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