{ Geschichte }

Freitag, 13. Januar 2006

Die grosse Linie | Geschichte

Weiter in "Die Zukunft der Geschichte" von Christian Graf von Krockow. So nebenbei erhalte ich (ich bin inzwischen auf Seite 52 angelangt) während des Lesens einen Schnellkurs in europäischer Geschichte seit Ende des Mittelalters. Dabei ist das etwas, was ich mir schon lange vorgenommen hatte: mich einmal näher mit der europäischen bzw. deutschen Geschichte1 zu beschäftigen. Leider hat mir bisher die nötige Energie gefehlt (ein Versuch war ein Band der "Deutschen Geschichte" von Ricarda Huch; ich hatte aber ehrlich gesagt nicht die Geduld, ihn bis zu Ende zu lesen).

Dabei ist es gerade das häufig fehlende Geschichtsbewusstsein, das das gegenwärtige Reformpalaver hierzulande für mich so unerträglich macht; hier fehlt mir sozusagen der Blick auf die "grosse Linie", bei deren Anwendung vieles auf einmal anders aussähe bzw. verständlicher würde (und damit vielleicht etwas leichter zu akzeptieren wäre), und hier helfen meiner Ansicht nach auch keine mit mehr oder weniger grossem Tamtam angekündigten "Reformen", die dann im Endeffekt eben überhaupt nichts verbessern - jedenfalls nicht für die breite Masse.

Mittlerweile bin ich soweit, zu akzeptieren, dass Reformen ("Reform" ganz im Sinne des Wortes, als "Umformung") sehr wohl stattfinden, aber in einem Massstab, der aufgrund unseres zu engen Blickwinkels vermutlich erst nachfolgenden Generationen deutlich werden wird.
1 Auf den meiner persönlichen Erfahrung nach ein- bis zweidimensionalen Geschichtsunterricht in der Schule will ich hier gar nicht näher eingehen, denn ich vermute mal, dass es inzwischen auch nicht viel besser geworden ist. (Ich nehme mir die Freiheit, das hier einfach so in den Raum zu stellen.)

Historisches | Geschichte

Auch wenn sich das in meinem letzten Beitrag vielleicht so angehört hat, so ist "Tradition statt Fortschritt" natürlich nicht der Tenor des ganzen Buches ("Die Zukunft der Geschichte" von Christian Graf von Krockow). Auf Seite 33 weist Graf von Krockow auf ein Ereignis hin, das auch für die weitere europäische Geschichte von nachhaltiger Bedeutung war: die von Thomas Jefferson verfasste US-amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776. Hier wurde - bereits 13 Jahre vor der Französischen Revolution von 1789 - das Ideal von Freiheit, Gleichheit und dem Streben nach Glück zum Fundament für eine neue, weitab von der europäischen Feudalgesellschaft angelegte Gesellschaftsordnung. Das war eine Zäsur, die durch den Neubeginn auf einem anderen Kontinent - unter anderen, neuen Bedingungen - überhaupt erst möglich wurde.

So wird mir auf einmal klar, wieviel wir - heute, in der jetzigen BRD, aber auch in Europa insgesamt - den USA verdanken, und das wie gesagt bei allen Vorbehalten - die, wie ich ebenfalls in diesem Buch erfahre, so neu auch wieder nicht sind. Graf von Krockow zitiert hier u. a. den deutschen Philosophen Max Wundt mit dem 1918 veröffentlichten Satz "Was deutsch ist, soll deutsch bleiben."

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