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"Bossa Nova: The Sound of Ipanema" (Originaltitel:
"Chega de Saudade") von
Ruy Castro.
1 Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, das so sympathisch - man könnte fast sagen: "lässig", aber wie gesagt auf eine sympathische Art - geschrieben ist wie dieses. Es beschreibt - wie es der Titel eigentlich schon sagt - die Entstehungsgeschichte der
Bossa Nova (
feminin!), die laut Autor im Januar
1949 mit der Gründung des
Sinatra/Farney-Fanclubs in
Tijuca, einem Stadtteil von
Rio de Janeiro, beginnt.
Im Augenblick lese ich gerade die Kapitel, die die Anfänge der Karriere von
João Gilberto beschreiben, der in den Sechzigern zusammen mit
Stan Getz und seiner Frau
Astrud den Hit
"The Girl from Ipanema" (auf Portugiesisch:
"Garota de Ipanema") aufgenommen hat. Ich muß allerdings zugeben, daß ich gerade mit den
Bossa Nova-Aufnahmen von
Stan Getz so meine Probleme habe: sie sind mir einfach irgendwie zu "glatt" und zu kommerziell ausgerichtet.
2
Weitere Beiträge zu
"Bossa Nova".
1 Seht dazu auch meinen Beitrag
"Atmosphärisch".
2 Das fängt bereits mit
"Jazz Samba" an: Obwohl das
Repertoire aus
Bossa Nova-Kompositionen wie
"Desafinado" besteht, finde ich den Sound der ganzen Platte irgendwie kalt und deprimierend (ok,
"Desafinado" vielleicht nicht, aber
"Baia" auf jeden Fall). Der ganze Enthusiasmus, der auf rein brasilianischen
Bossa Nova-Platten zu finden ist, fehlt hier einfach. (Das kommt wohl mit daher, daß
"Jazz Samba" a) in den USA und b) mit einer US-amerikanischen Rhythmusgruppe aufgenommen wurde.)
Wenn ich ganz böse wäre, könnte ich sagen, daß
Getz hier einfach clever auf einen Zug aufgesprungen ist und die Tatsache ausgenutzt hat, daß
Bossa Nova in den USA noch nicht so bekannt war. Die Ensembles sowie die Soli sind zwar im Großen und Ganzen akzeptabel, aber schon mit dem Klang der elektrisch verstärkten Konzertgitarre von
Charlie Byrd habe ich so meine Probleme. (Da es damals, in den Sechzigern, für Konzertgitarren m. W. noch keine Piezo-Tonabnehmer gab, wird die Gitarre wohl über ein Mikrofon abgenommen worden sein; der Klang bleibt aber trotzdem unnatürlich.)
Für mein Gefühl ist das eine Platte, die gerade von Leuten "entdeckt" wird, die noch nie
Bossa Nova gehört haben - das war's aber auch schon. Und daß beispielsweise
Astrud Gilberto für
"The Girl from Ipanema" (zu finden auf
"Getz/Gilberto") nur einhundertzwanzig Dollar erhalten hat, während sich
Getz die ehemalige Villa von
Frances Gershwin (mit 23 Schlafzimmern) gekauft hat, macht mir die Sache auch nicht gerade sympathischer.